Amtliche Fischerei-Prüfung in NRW

12. September 2011

Die Fischereiprüfung in Nordrhein-Westfalen besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Prüfungsteil. Die Teilnahme an einem vorbereitenden Lehrgang ist nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Den theoretischen Teil absolvieren alle Prüflinge unter Aufsicht in maximal 90 Minuten gemeinsam, während bei der praktischen Prüfung jeder Teilnehmer vom Prüfungsausschuss einzeln geprüft wird.

Theorie

In der theoretischen Prüfung werden den Prüflingen Fragebögen mit 60 von insgesamt 341 Fragen aus allen vorgeschriebenen Fachgebieten vorgelegt, die sie im Multiple Choice-Verfahren (Ankreuzen) beantworten müssen. Die Fachgebiete umfassen Gewässerkunde und Fischhege, allgemeine und spezielle Fischkunde, Natur – und Tierschutz, Gerätekunde und Gesetzeskunde.
Um eine ausreichende Sachkenntnis in Bezug auf heimische Fischarten (siehe spez. Fischkunde) nachzuweisen, werden dem Prüfling aus insgesamt 43 Bildertafeln 6 zufällig ausgewählte Abbildungen vorgelegt, von denen er mindestens 4 richtig benennen muss.
Die theoretische Prüfung gilt als bestanden, wenn mindestens 6 von jeweils 10 Fragen aus den einzelnen Fachgebieten und insgesamt mindestens 45 Fragen richtig beantwortet wurden.

Praxis

Im praktischen Prüfungsteil muss der Prüfling nach Anweisung des Ausschusses eine von insgesamt 10 möglichen praktischen Aufgaben lösen. Dieser Prüfungsteil sollte für jeden Prüfling nicht länger als 15 Minuten dauern.
Zur Auswahl stehen 10 verschiedene Angelausrüstungen für 10 unterschiedliche Fischarten, von denen der Prüfling nach Auswahl des Ausschusses und unter dessen Aufsicht eine Ausrüstung vollständig und waidgerecht zusammenstellen bzw. in manchen Fällen auch montieren muss.
Die praktische Prüfung gilt als bestanden, wenn von den maximal 28 erzielbaren Punkten mindestens 25 erreicht wurden.

Voraussetzungen zur Prüfungsteilnahme

1. Zur Fischerprüfung können nur Personen zugelassen werden, die mindestens das 13. Lebensjahr erreicht haben und nicht aufgrund einer physischen oder psychischen Erkrankung oder Behinderung unter Betreuung stehen. Nach erfolgreich bestandener Prüfung wird der Fischereischein ab dem 14. Geburtstag an den Jugendlichen ausgehändigt.

2. Die Fischerprüfung ist bei der unteren Fischereibehörde am ständigen Wohnsitz des Prüflings abzulegen. Mindestens einmal pro Jahr ist die zuständige Behörde verpflichtet, den Prüflingen einen Prüfungstermin anzubieten und diesen mindestens zwei Monate vorher bekanntzugeben.

3. Anträge zur Teilnahme an der Fischerprüfung müssen der Fischereibehörde mindestens 4 Wochen vor dem Prüfungstermin vorliegen.

4. Die Zulassung zur Fischereiprüfung ist gebührenpflichtig und kostet in Nordrhein-Westfalen zur Zeit 50 €. Die Gebühr muss vor dem Prüfungstermin bei der zuständigen Fischereibehörde eingezahlt werden.

5. Die Prüfung ist nicht öffentlich und findet unter der Aufsicht eines sachkundigen
Prüfungs- Ausschusses statt.

6. Wird ein Prüfling während der Prüfung bei einem Täuschungsversuch erwischt, kann der Ausschuss ihn von der weiteren Teilnahme an der Prüfung ausschliessen und bereits abgelegte Prüfungsteile als nicht bestanden werten.

7. Der Prüfungsausschuss entscheidet mit Stimmenmehrheit über das Bestehen des praktischen Prüfungsteils. Der theoretische Prüfungsteil gilt bei Erreichen der vorgeschriebenen Anzahl an richtig beantworteten Fragen als bestanden.

8. Hat ein Prüfling nur einen der beiden Prüfungsteile bestanden, wird dieser bei der nächsten Prüfung angerechnet und es muss nur der nicht bestandenen Teil wiederholt werden.

  • Keine Kommentare

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben