Hechtangeln

12. September 2011

Hechte sind weit verbreitete Süsswasser-Raubfische und kommen in fast allen deutschen Flüssen, Seen,Teichen und sogar im Brackwasser der Ostsee vor. Viele Angler reisen aber auch nach Irland, England oder Skandinavien und versuchen dort ihr Glück beim Hechtangeln.
Der Hecht (Esox lucius) ist ein Sichträuber, der mit seinen grossen Augen potentielle Beute frühzeitig erkennt. Mit seinem stromlinienförmigen Körper und den weit hinten sitzenden Rücken – und Afterflossen ist er bestens für einen kraftvollen Spurt geeignet und kann sehr wendig und schnell auf Fluchtversuche der Beutefische reagieren. Die Rückenfarbe des Hechtes variiert je nach Gewässer von grünlich bis braun und passt sich recht schnell seinem aktuellen Lebensraum an. Entlang der Seitenlinie weist er ein dichtes Schuppenkleid auf, der Bauch ist weiss bis silbrig glänzend. Der Hecht erreicht eine durchschnittliche Länge von 50 cm bis 1 m (selten auch 1,50 m) bei einem Gewicht von ca. 10 kg (max. 25 kg), wobei die Weibchen (Rogner) grösser als die Männchen (Milchner) werden. Im Durchschnitt leben Hechte ungefähr 10 Jahre, bei optimalen Lebensbedingungen können es aber durchaus auch 25 Jahre sein.

Hechte sind schnell wachsende Fische und erreichen die Geschlechtsreife in einem Alter von 2 (Männchen) bis 4 Jahren (Weibchen). Die Laichzeit der Hechte liegt in Abhängigkeit zu den Temperaturen zwischen Ende Februar und April. War der Winter mild und es wird schon zu Beginn des Frühjahres wieder warm, beginnt die Laichzeit früher und die Hechte kehren Anfang Mai schon wieder in ihr Revier in der Freiwasserzone zurück. Lässt die Sonne auf sich warten, verschiebt sich das Ablaichen der Hechte entsprechend und sie sind erst im Juni frisch gestärkt wieder in den tieferen Gewässerbereichen zu finden. Nach dem Laichen stehen die Hechte nämlich oft noch einige Zeit an der Abbruchkante der Flachwasserzone und stärken sich mit den Fischarten, die erst nach dem Hecht in Scharen in die bewachsene Uferzone strömen, um dort abzulaichen. Der Hecht ist grundsätzlich ein Kurzstrecken-Jäger, der seine Beute kaum über längere Strecken verfolgt.

Um so mehr erfreut ihn in seinem vom Ablaichen geschwächten Zustand ein so reichhaltig gedeckter „Tisch“, an dem er sich ohne grosse Anstrengung satt fressen kann.

Während der Laichzeit werben mehrere Männchen gleichzeitig um ein Weibchen und versuchen mit Bissen und Stössen, sich gegen die Rivalen zu behaupten. Die Weibchen paaren sich letztlich nur mit einem der Männchen und legen ca. 40.000 Eier pro Kilo Körpergewicht ab. In der Laichzeit setzt bei den Weibchen zum Schutz der Männchen eine Fresshemmung ein, denn nicht selten verspeisen die Weibchen ihre kleineren Paarungspartner nach dem Laichvorgang. Hechte sind Haftlaicher (Substratlaicher), die ihre mit einem Haftmechanismus ausgerüsteten Eier an Unterwasserpflanzen, Steinen oder alten Baumstämmen ablegen. Für die Brutpflege sind die Männchen verantwortlich. Sie bewachen das Gelege, bis die Larven je nach Wassertemperatur in 10 – 30 Tagen geschlüpft sind. Nachdem die Larven ihren Dottersack aufgezehrt haben, ernähren sie sich in den ersten Lebenswochen von Plankton und kleinen Wassertieren wie z. B. Wasserflöhen, gehen aber schon sehr bald selbstständig auf die Jagd nach kleineren Beutefischen. Das Wachstum der kleinen Raubfische ist in den ersten Lebensmonaten enorm und nach einem Jahr haben sie bereits eine durchschnittliche Länge von 15 cm erreicht. Das rasante Wachstum in der Jugend nimmt proportional zum Alter stetig ab, so das die Hechte in späteren Jahren unabhängig von der Nahrungsfülle nur noch sehr langsam grösser und schwerer werden.

Als Standfisch beansprucht der ausgewachsene Hecht sein Jagdrevier und geht dort als Einzelgänger am liebsten in den frühen Morgenstunden und am Abend zu Beginn der Dämmerung bis in die Nacht hinein auf Beutezug. In den warmen Sommermonaten steht er am liebsten gut versteckt in Seerosenfeldern, an umgestürzten Bäumen oder Krautbänken in Ufernähe und warten auf vorbeiziehende Beutefische, um sie aus der Deckung heraus überraschend zu attackieren. Er ist ein aggressiver Jäger, der blitzartig aus seinem Versteck auftaucht und eigentlich alles angreift, was sich bewegt. Hechte fressen nicht nur alle im Gewässer vorkommenden Fischarten inklusive ihrer eigenen Artgenossen (Kannibalismus), sondern scheuen auch vor Fröschen, Vögeln und sonstigen kleinen Säugetieren nicht zurück. Sie haben ein oberständiges, grosses Maul mit unzähligen scharfen Fang – und Hechelzähnen, die bis weit in den Rachen reichen und ein Entrinnen der kopfüber verschlungenen Beute unmöglich machen. Selbst bei erfahrenen Anglern sind diese Zähne gefürchtet, denn nicht nur ihre Schärfe, sondern auch die Bissstärke eines ausgewachsenen Hechtes ist enorm und kann beim unvorsichtigen Hand-Anlanden oder Hakenlösen eines kapitalen Fanges zu schweren Bissverletzungen beim Angler führen. Bei nicht sachgerechter Montage, d. h. ohne Verwendung eines Stahlvorfachs ist es schon häufiger passiert, das ein Hecht die Schnur durchgebissen hat und flüchten konnte. Da Hechte ihre Beute und somit auch Köderfische sehr tief schlucken, verbleibt der Haken nach Abriss des Vorfaches tief im Rachen des Fisches und führt letztlich zu einem sehr qualvollen Tod des Tieres, für den kein Angler gerne verantwortlich sein möchte. Insofern ist es von wesentlicher Bedeutung beim Hechtangeln, mit dem richtigen Angelgerät und einer passenden Montage zu angeln.

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