Angelgerät beim Hecht-Angeln

12. September 2011

Ausgewachsene Hechte bringen unter Umständen ein beeindruckendes Gewicht auf die Waage und fordern im Zweikampf durch ihre zwar relativ kurze, aber um so heftigere Gegenwehr die volle Konzentration des Anglers. Spätestens beim Drill zeigt sich, ob das Angelgerät den Anforderungen beim Hechtangeln genügt und man den Fang sicher anlanden kann. Grundsätzlich sollte eine Rute zum Angeln von grösseren Raubfischen sehr stabil sein, eine durchschnittliche Länge von 3 bis 4 m und ein Wurfgewicht zwischen 50 und 120 g haben. Viele Angler kaufen sich nicht extra eine spezielle Hechtrute, sondern benutzen statt dessen z. B. eine stabile Karpfenrute oder Spinnrute mit mittlerer Aktion, wenn sie einen Hecht fangen möchten. Dazu ergänzen sie eine Stationärrolle, die zwischen 100 und 150 m monofile Schnur in der Stärke 0,30 – 0,40 mm aufnehmen kann. Der Hecht ist ein starker Kämpfer, bei dem auch der Einsatz von geflochtener Schnur sinnvoll ist. Sie hat eine höhere Tragkraft und kann deshalb dünner sein. Zudem ist sie nicht so dehnbar wie eine monofile Schnur, was einen präziseren Anschlag ermöglicht. Die Montage richtet sich nach der Angelmethode, die man anwenden möchte.

Bei der Köderauswahl kann man mit toten Köderfischen in der richtigen Grösse beim stets hungrigen Hecht kaum einen Fehler machen (Der Gebrauch von lebenden Köderfischen ist in Deutschland verboten). Dabei sollte man auf Fischarten zurück greifen, die in dem Angel-Gewässer vorkommen. Natürliche Beutefische des Hechtes sind z.b. Rotaugen, Brassen und Barsche, aber auch Frösche und andere kleine Säugetiere sind vor den plötzlichen Attacken dieses Räubers nicht gefeit. Der Hecht greift eigentlich alles an, was sich vor seinen Augen bewegt und gilt als nicht sonderlich sensibel bei der Auswahl seiner Beute. Auch entsprechend grosse und farbige Kunstköder wie Wobbler, Spinner, Blinker und Gummifische verschmäht der gierige Raubfisch nicht. Im Winter benutzen viele Angler tote Meeresfische wie z.B. Heringen oder Makrelen als Köder, die man tiefgefroren kaufen und bei Bedarf auftauen lassen kann. Da der Hecht einen feinen Geruchssinn hat, nimmt er das ungewöhnliche Aroma neugierig zur Kenntnis und schnappt in den meisten Fällen zu. Im Allgemeinen sollten die Köderfische eine Grösse von 20 – 25 cm haben, grössere Fische kann man aber auch teilen und in Stücken anbieten. Gerade das austretende Blut dieser Köder lockt durch seinen Geruch den gierigen Jäger eiligst aus seinem Versteck. Hat der Hecht den Köder angenommen und zappelt an der Rute, wird es für den Angler spannend. Beim Drill gilt es zu vermeiden, das der Hecht in einen seiner Unterstände flüchtet oder durch heftiges Schlagen und Springen versucht, den Haken wieder zu lösen.
Grundsätzlich sind Hechte nicht besonders ausdauernd flüchtig, so das der Angler mit entsprechender Geduld und einem feinen Gespür für das Nachlassen der Schnur beim Drill seinen Fang sicher anlanden wird. Ein ausreichend grosser und stabiler Kescher (mind. 1m Durchmesser) sollte schon griffbereit am Ufer liegen, mit dem man auch einen kapitalen Fang unbeschadet transportieren kann. In unmittelbarer Nähe der Abhakmatte gehört eine Hakenzange und eine Rachensperre, die man dem Hecht zum Hakenlösen und Feststellen der Schonmasse einsetzt, um Verletzungen des Anglers durch plötzliches Zuschnappen des Fischmauls zu vermeiden. Hat der Angler einen kapitalen Hecht erwischt, kann er ihn auch ohne Vermessen waidgerecht versorgen.

  • Keine Kommentare

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben