Angelmethoden beim Karpfen-Angeln

12. September 2011

Beim Karpfenangeln kann man verschiedene Angelarten ausprobieren, um einen dieser kampfstarken und meist ziemlich kräftigen Fische an den Haken zu bekommen. Oft liegen die sogenannten Hot-Spots der Karpfen mitten im Gewässer und sind vom Ufer aus ohne Boot kaum zu erreichen. Die Annäherung mit dem Boot sollte immer sehr ruhig vonstatten gehen, um die Geräusch – empfindlichen und scheuen Karpfen nicht zu vertreiben. Haben die Fische sich an die Anwesenheit des Bootes gewöhnt und befinden sich sogar in Sichtweite des Anglers, lohnt sich der Versuch, sie mit Schwimmbrot am Haken zu locken. Der Köder wird sehr ruhig in Nähe der Karpfen ins Wasser gesetzt und genau beobachtet, um zügig auf einen Biss reagieren zu können. In den meisten Fällen entscheiden sich die Angler an einem Karpfenteich jedoch eher für klassische Karpfenköder wie z.b. Würmer, Mais, Kartoffelstücke oder Boilies und Pellets, die sie beim Grundangeln oder dem Angeln mit der Pose verwenden.

Das Grundangeln ist eine einfache und für den Angler recht bequeme Methode, denn nachdem der Blei-beschwerte Köder ausgeworfen und bis zum Gewässerboden abgesunken ist, kann der Angler es sich an seinem Platz gemütlich machen und auf ein Zeichen am Bissanzeiger warten. Beim Grundangeln auf Karpfen kann man eine Festblei- oder Freilauf-Montage mit diversen Ködern einsetzen. Der jeweilige Köder wird nicht auf den Haken, sondern auf das Haar gezogen. Durch das Bleigewicht erzielt der Angler eine grössere Weite beim Auswerfen und der beschwerte Köder bleibt nach dem Absinken stabil am Gewässergrund liegen.

Das Angeln mit der Pose wird meist in direkter Ufernähe oder bei kleineren Gewässern angewendet, da der Angler den Schwimmer ständig beobachten muss, um einen Biss erkennen zu können. Nur an der Bewegung bzw. am dauerhaften Abtauchen der Pose unter die Wasseroberfläche zeigt sich, ob der Karpfen den Köder aufgenommen hat und der Angler einen Anschlag setzen muss, um den Biss zu sichern. Beim Pose-Angeln auf Karpfen wird der Köder so auf dem Haken befestigt, das kein Metall erkennbar ist. Das funktioniert sehr gut mit selbst angerührtem Teig, mit dem man den kompletten Haken ummantelt oder indem man Futtermais-Körner wie eine kleine Perlenschnur auf den Haken fädelt. Sobald der Karpfen den Haken im Maul spürt und nicht ausspucken kann, setzt der kämpferische Fisch zur Flucht an und der sportliche Teil des Karpfenangelns beginnt.

Drill und Anlanden
Bei Gewässern mit dichter Vegetation sollte der Angler dem gehakten Karpfen keine Möglichkeit bieten, sich zwischen den Pflanzen in Sicherheit zu bringen bzw. den Haken durch Verkanten der Schnur an Ästen oder Gestrüpp vielleicht doch noch los zu werden, sondern versuchen, den Fisch möglichst zügig einzuholen. Die Stärke des Anschlags sollte je nach Entfernung des Anglers zum Fisch angemessen, aber gefühlvoll ausgeführt werden, damit der scharfe Haken nicht die Karpfenlippe durchtrennt und man den Fisch dadurch wieder verliert. An grossen und relativ freien Gewässern kann der Drill entspannter angegangen werden und der Karpfen auf seiner Flucht ruhig noch seinen Kampfwillen unter Beweis stellen. Mit viel Sensibilität und Geduld seitens des Anglers wird auch ein noch so wehrhafter Karpfen nach einiger Zeit müde und kann am Ende des „Wettkampfes“ verdient eingeholt werden.
Zum Anlanden legt man einen möglichst stabilen Kescher am Ufer ins Wasser und zieht den Fisch hinein. Um unnötige Verletzungen des Tieres zu vermeiden, sollte der Fisch dabei die Kescherkante nicht berühren. Mit dem Kescher transportiert man den Fisch zügig auf eine Abhakmatte, die auf sicherem Grund möglichst nah am Ufer ausgebreitet liegt. Dort wird der Karpfen – falls nötig – vermessen und anschliessend waidgerecht versorgt.

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