Der Zander

12. September 2011

Der Zander (Sander lucioperca) hat einen langgestreckten, mit kleinen Schuppen besetzten stromlinienförmigen Körper mit spitz zulaufendem Kopf. Das relativ kleine Maul ist bis hinter die Augen tief gespalten und mit einer Reihe von kleinen Zähnen (Bürstenzähne), aus denen die sogenannten Hundszähne (Fangzähne) hervorstehen, ausgestattet, die den Beutefischen des Zanders nach einer Attacke kaum eine Chance zur unbeschadeten Flucht lassen. Durch seine grossen Augen hat er ein hervorragendes Sehvermögen und kann seine Beute in den von ihm bevorzugten trüben und dunklen Gewässern sehr gut erkennen. Er ist nicht nur ein Sichträuber, sondern auch mit einem sensiblen Gehör ausgestattet, das ihm auf seinen Raubzügen an der Wasseroberfläche gute Dienste erweist. Auf dem grau bis grünlich schimmernden Rücken trägt der Zander wie alle barschartigen Fische eine unterteilte Rückenflosse, wobei der vordere Teil eine Reihe Stachelstrahlen mit dunklen Längsstreifen hat. Die weiter hinten stehende, vom vorderen Flossenteil abgrenzte Rückenflosse hat Gliederstrahlen und weist wie die Schwanzflosse eine Reihe schwarzer Punkte auf. Die Seitenlinien werden farblich heller, tragen aber noch dunkle Streifen. Der Bauch ist weiss bis silberfarben glänzend.

Zander sind schnell wachsende Fische mit einer durchschnittlichen Länge von 40 – 70 cm und einem durchschnittlichen Fanggewicht von rund 2 kg. Bei optimalen Lebensbedingungen können sie aber auch bis zu 1,20 m gross und bis zu 15 kg schwer werden. Die Geschlechtsreife erreichen männliche Stachelritter nach 2- 4 Jahren und einer Länge von 35 bis 45 cm, während die Zanderweibchen bei ungefähr gleicher Grösse erst nach 3-5 Jahren geschlechtsreif sind. Die Laichzeit der Zander beginnt bei einer Wassertemperatur von 12° – 15° C, also in der Regel zwischen April und Mai. Die Weibchen legen pro Kilo Körpergewicht ca. 150.000 bis 200.000 Eier in einer Gewässertiefe von 1 bis 3 m in einer Laichgrube ab. Die einzeln abgelegten Eier bleiben mit ihren klebrigen Hüllen an Pflanzen und Steinen hängen und werden bis zur Larvenbildung nach ungefähr einer Woche von den männlichen Zandern bewacht. Nachdem sie ihren Dottersack aufgezehrt haben, ernähren sie sich in den ersten Wochen von Plankton. Die Jungfische wachsen sehr schnell und jagen bereits im Herbst selber nach Nahrung.

Als lichtscheuer, nachtaktiver Raubfisch, der meist in Gruppen zu Beginn der Dämmerung bis in die Nacht hinein auf Raubzug geht, ernährt sich der Zander von kleineren Fischen wie z.B. Rotaugen, Ukeleien (Lauben), jungen Brassen und Barschen. Mit Ausnahme der Laichzeit und seiner abendlichen Raubzüge hält er sich überwiegend in der Freiwasserzone auf und meidet den bewachsenen Uferbereich oder ungeschützte Flachwasserstellen. Tagsüber steht der Zander am liebsten in Grundnähe an Felsvorsprüngen, Untiefen, versunkenen Bäumen oder sogenannten Barschbergen (Unterwasserhügeln) und steigt erst am Abend an die Wasseroberfläche, wenn z.B. ein Schwarm Rotfedern gerade nach Fluginsekten schnappt und für den flinken Räuber leichte Beute abgibt. Ansonsten durchzieht der Dauerschwimmer das Gewässer auf der Suche nach Nahrung eher in tieferen und sicheren Wasserbereichen und stellt die Geduld der anwesenden Angler, die ihm mit wechselnden Angelmethoden und verschiedensten Ködern auf die Spur kommen wollen, oftmals auf eine harte Probe. Obwohl man nach wie vor die meisten Angler in den frühen Abendstunden und der Nacht am Fluss oder See trifft, sollte man sein Glück beim Zanderangeln auch einmal vor Sonnenaufgang oder tagsüber versuchen, wenn man das Gewässer und die bevorzugten Verstecke des Zanders (Hotspots) erforscht hat. Letztlich sind mit dem „richtigen“ Köder an der „richtigen“ Angelstelle schon zu jeder Tageszeit beeindruckende Exemplare dieser Raubfischart gefangen worden.

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